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Mengeles Erben

Die Erprobung von Giftstoffen für Geheimdienstmorde, tödliche Experimente mit Lagerinsassen - all das verbindet man mit dem einzigartigen und systematischen Massenmord der Nazis. Josef Mengele ist der bekannteste Vertreter einer "Wissenschaft ohne Gewissen". Aber die Idee, "Volksfeinde" für tödliche Versuche zu nutzen, ist weder eine Erfindung der Nazis, noch ist sie mit ihnen untergegangen.

Das Ausmaß der bisher weitgehend unerforscht gebliebenen Menschenexperimente, über einige wird im Film "Mengeles Erben" weltweit zum ersten Mal im Fernsehen berichtet, ist verstörend - und skandalös. Offenbar bot der Machtkampf der Geheimdienste im "Kalten Krieg" ideale Bedingungen für Mörder im Arztkittel.

Die Geschichte der Menschenversuche im Auftrag des Staates beginnt bereits in den 20er Jahren in der Sowjetunion, im Labor 12 des sowjetischen Geheimdienstes. Dort wurden tödliche Gifte an "Volksfeinden" erprobt. Die Existenz des Labor 12 wurde durch einen Zufall während der Tauwetterperiode Anfang der 90er Jahre bekannt. Mit solchen Lecks ist seit Putins Herrschaft Schluss. Russland hält die Akten über seine Menschenversuche bis heute geheim. Das Labor 12 allerdings gibt es unter anderem Namen bis heute. Wahrscheinlich basiert der Polonium Mord am Ex KGB Agenten Litwinenko auf Forschungen dieser Einrichtung.

Nach den Massenmorden des 2. Weltkrieges handelten einige der schlimmsten Verbrecher des 2. Weltkrieges mit den Siegermächten Deals aus: Straffreiheit gegen Übergabe ihrer Versuchsergebnisse. General Shiro Ishii, einer der schlimmsten Wissenschaftler des Todes war für den Tod von über 300.000 Menschen verantwortlich. Er arbeitete nach dem Krieg für die USA, die begeistert waren, die Ergebnisse echter Menschenexperimente mit Pest, Anthrax oder Tularämie, Unterkühlung, Unterdruck und neuartigen Bomben in die Hände zu bekommen - sie hatten nur Daten aus Tierversuchen. Keiner der mindestens 10.000 Verbrecher seines Todesimperiums wurde von den USA bestraft. Einige beendeten ihre wissenschaftlichen Karrieren als Manager der größten Pharma und Medizinunternehmen Japans. Es störte die Sieger angesichts des Rüstungswettlaufes im "Kalten Krieg" nicht einmal, dass Ishiis Untergebene auch mit US Kriegsgefangenen experimentiert hatten.

"Mengeles Erben" haben den 2. Weltkrieg überlebt, indem sie neuen Herren dienten. Sie waren weiter im Staatsauftrag aktiv - und sind es bis heute. In Nordkorea gibt es nach Zeugenaussagen bis in die Gegenwart Gaskammern, in denen Massenvernichtungsmittel an Gulaghäftlingen erprobt werden.

In vielen ehemals kommunistischen Staaten verläuft die Aufarbeitung der finsteren Vergangenheit noch schleppender als in Deutschland nach 1945. Die ehemalige CSSR experimentierte im Warschauer Pakt mit Verhördrogen und Giften - auf dem gleichen Niveau wie die UdSSR. Die Versuche und Ergebnisse sind bis heute geheim und werden vertuscht. Vielleicht, weil sich wie nach dem 2. Weltkrieg, erneut interessierte Abnehmer für Spezialkenntnisse auf Seiten der "Sieger der Geschichte" fanden.

Infos

Hinweis
Format
1 × 50′
Oder
Und
Verfügbar
Hinweis
Specials
Produziert von
Ilona-Grundmann-Filmproduction in Zusammenarbeit mit ZDF und ARTE
Cast
Produktionsjahr
Originalsprache
Fernsehsender
Autor
Regisseur
Ausgestrahlt von
Extras
Verfügbare Sprachen